Berliner Nahverkehr, wie man den Strom abstellt oder mein Freitagfeierabend

Der gestrige Tag hatte es in sich, ein Test der Notstromanlagen bei der Bahn führt zum grössten Ausfall der S-Bahn  seit es sie gibt.  Durch den Schaden bei dem Test fiel das zentrale Stellwerk Halensee aus und damit die gesamte Steuerung von Signal und Steuerungsanlagen im Stadtgebiet bei der Bahn aus.
Ein Backupstellwerk gibt es scheinbar nicht und so standen die S-Bahnen über Stunden, Fahrgäste froren, saßen im Dunkeln oder froren auf den Bahnsteigen. Die Bundespolizei hatte ihre Mühe Fahrgäste aus den Zügen zu befreien. Nun könnte man ja denken ein paar Stunden nicht so schlimm, doch weit gefehlt, der S-Bahnverkehr lief selbst heute Abend auf der Ringbahn noch nicht rund.
So durfte ich heute am eigenen Leib spüren, wie das ist wenn nichts mehr geht. Manchmal kommt man eben nicht so schnell aus dem Dienst und so schaffte ich es heute erst um 16:45.
Der Tag war anstrengend, aber ich hab so einige technische Dokumentationen zu Papier bringen können und so entschied ich mich bei diesem Hundewetter ein Taxi nach Haus zu nehmen. Einen “Junge Hunderegen” wollte ich mir nicht antun!
Gesagt getan, unser Pförtner rief ein Taxi und warnte mich vor. Taxi’s kämen heute wohl eher selten, selbst bei einer Bestellung. Nicht verzagen dachte ich mir und wartete, nach 20 Minuten rief unser Pförtner noch einmal in der Taxizentrale an. Die Antwort “Oh ist der nicht gekommen, ich schick mal noch einen”. Nach noch einmal 15 Minuten entscheid ich mich den gerade auftauchenden 120 Bus zu nehmen, frohen Mutes ging es zum S-Bahnhof Wedding und die Ernüchterung nahm ihren Lauf, auf dem Bahnsteig angekommen   musste ich auf den Anzeigen lesen, bitte die Ansagen beachten. Klasse so kann es weitergehen! 10 Minuten später stand an der Anzeige “Zug fällt aus”. Wie konnte ich nur der Meinung sein, dass nach 29 Stunden der Betrieb wieder läuft? Danke Taxi-Innung (Berlin hat über 7200 Taxi’s) und  Bahn AG!!!
So benutzte ich die U-Bahn bis Seestraße, nahm dann die Tram M13 und zum Schluß wieder den Bus. Das Ergebnis war ernüchternd, normaler Weise 35 Minuten Fahrtzeit summierte sich dann auf 1:50 Minuten auf.
Nach so viel Meckerei sollte ich aber mal ein Lob los werden. Die BVG mit ihren großen Gelben und den Trambahnen, die hat funktioniert und das trotz Witterungswidrigkeiten.

Nun kann ich den Feierabend genießen, wo ist mein Rotwein  😉

Euer DerSchwarzgraue

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